Strände in Sardinien
 

Nora und Santa Margherita di Pula

 
Nora ist mit der Geschichte Sardiniens eng verwoben. Dort findet sich das Amphitheater von Nora direkt am Meer, unweit vom Dorf Pula. In dieser Gegend, die sich in der schmalen Tiefebene zwischen macchiagefleckten Bergen im Westen und dem tiefblauen, weitläufigen Golfo degli Angeli im Osten an die mit hellem Sand gezuckerte Küstenlinie schmiegt, wurde gewissermaßen der Strandurlaub vor knapp 3000 Jahren von den Phöniziern erfunden. Auf der winzigen Halbinsel Isola del Coltelazzo gründeten sie Nora, die schnell zur wichtigsten phönizischen Siedlung Sardiniens, der zweitgrößten Mittemeerinsel, heranwuchs. Die Römer machten Nora im 3. Jhd. v.Chr. für kurze Zeit sogar zur Hauptstadt Sardiniens, bevor der Kelch an Karalis ging, wie Cagliari damals hieß.

Die Phönizier wussten, was schön ist, daran besteht kein Zweifel: Nora ist eingefasst von der Spiaggia di Nora im Norden und der Bucht bei Porto d'Agumu im Süden, deren smaragdgrünes, sehr klares Wasser und seichtes Gefälle auch in der gut besuchten Hochsaison auf die Einheimischen eine magnetische Anziehungskraft ausüben und keine zwei Kilometer vom Dorf Pula entfernt sind. An besonders windstillen Tagen kann man vom Ufer aus sogar einige Ruinenreliefs unter Wasser erkennen. Die Ruinenstadt mit relativ gut erhaltenem Amphitheater und den Resten von Thermen und Tempeln samt einigen märchenhaften Mosaikböden zählen zu den Perlen aus der Zeit der sardischen Antike.

Je weiter man Richtung Santa Margherita di Pula entlang der Strände wie Fox'e Sali, Cala Ostia oder der Spiaggia Campumatta spaziert, desto heller und feiner wird der Sand. Mehr als zehn Kilometer schnurgerader Strand, gesäumt von kleinen, hellen Dünen, Pinien und Eukalyptus, hinter denen die flachen Ferienhäusern unter den Pinien meist nur zu ahnen sind und die Welt ansonsten nur aus feinem Sand und transparentem Meer, sowie einem grandiosen Panorama zu bestehen scheint, das den Blick über den bis zu 40 Kilometer breiten Golf der Engel freigibt.

Einen besonderen Reiz entfaltet dieser im Sommer stets gut besuchte Küstenabschnitt im Frühjahr und Herbst, wenn die Tage schon oder noch richtig warm und sonnig sind und man den Strand hundertmeterweise für sich allein genießen kann. Vom 2. bis 4. Mai sind Nora und Pula pittoresker Schauplatz für Tausende Pilger, die zu Fuß der Prozession der Statue des Sant'Efisio von Cagliari aus folgen, der in Nora im Jahr 303 n. Chr. von den Römern gefoltert und enthauptet worden sein soll. Bereits am 1. Mai gedenken die Cagliaritani bei der Sagra di Sant'Efisio, dem größten Trachtenumzug Sardiniens, dem Heiligen, dem sie die Befreiung von der Pest im 17. Jahrhundert zuschreiben.

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Nora und Santa Margherita di Pula
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